Zweites Symposium des Riga-Komitees

Foto: (v.l.n.r.) David Alt, Dr. Andrea Peine, Felix Lücke, Lukas Hövener, Winfried Nachtwei, Kevin Käufer, Gabriele Sondermann, Gerda Küper, Ulrike Schneider-Müller (Bezirksregierung Münster) und Gunda Mühlenfeld-Anders (VHS). Bildnachweis: Stadt Dülmen
22 April

Dülmen. Vor 70 Jahren endete der Zweite Weltkrieg, vor 15 Jahren wurde das Riga-Komitee, dem seit 2014 auch die Stadt Dülmen angehört, gegründet. Zwei besondere Anlässe für das zweite Symposium des Komitees am 17. und 18. April in Münster, an dem auch Schülerinnen und Schüler der Pestalozzi-Schule und der Hermann-Leeser-Schule teilnahmen und eine gemeinsame Ausstellung zum Thema „Jüdisches Leben in Dülmen“ präsentierten.

Wie hat sich das jüdische Leben in Dülmen seit 1551 entwickelt? Dieser Frage gingen Schülerinnen und Schüler der Pestalozzi-Schule und der Hermann-Leeser-Schule mit Unterstützung ihrer Lehrerinnen Dr. Andrea Peine, Gerda Küper und Gabriele Sondermann sowie Stadtarchivar Dr. Stefan Sudmann und der VHS auf den Grund. Dabei herausgekommen ist eine spannende Ausstellung, die in Dülmen bereits anlässlich der Reichspogromnacht 2013 und Dülmens Beitritt zum Riga-Komitee präsentiert wurde und dort auf gute Resonanz gestoßen ist. Dieses Engagement für die Erinnerung an den Holocaust wurde nun besonders gewürdigt: Gemeinsam mit Beiträgen von zwei weiteren Schulen, der Theodor-Heuss-Realschule aus Coesfeld und der Alexander-Lebenstein-Realschule aus Haltern am See, wurde die Ausstellung als Beitrag für das zweite Symposium des Riga-Komitees ausgewählt. „Wir haben viel Lob für unsere Kooperation und die Darstellung des Themas bekommen und die Resonanz während der Veranstaltung war sehr groß“, freute sich Gabriele Sondermann über das gelungene Projekt und betont: „Für die Schülerinnen und Schüler war es wirklich eine besondere Veranstaltung, da Gäste aus ganz Deutschland angereist waren.“

Das zweitägige Symposium war außerdem gespickt mit Vorträgen und Impulsreferaten: Unter anderem gab Winfried Nachtwei aus Dülmen, Mitinitiator des Riga-Komitees und ehemaliges Bundestagsmitglied, einen Rückblick auf die Geschichte des Komitees sowie einen Ausblick auf künftige Aufgaben und Projekte. Daneben konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Podiumsdiskussionen zu verschiedensten Schwerpunkten besuchen.

Über das Riga-Komitee

Über 25.000 deutschen Juden wurden in den Jahren 1941 und 1942 nach Riga deportiert und in ihrer überwiegenden Zahl im Wald von Bikernieki ermordet. Die Erinnerungen an diese Opfer wach zu halten, das hat sich das Riga-Komitee zum Ziel gesetzt. Im Mai 2000 gegründet, hat das Komitee heute 55 Mitglieder – darunter seit Anfang 2014 die Stadt Dülmen, aus der acht der Opfer stammen.